Worum geht es?
Die beschlossene Reform sieht neue geförderte Altersvorsorgeprodukte ab 1. Januar 2027 vor, darunter ein Depot ohne Kapitalgarantie. Es handelt sich um eine Vorsorgeanlage mit Marktrisiken, nicht um eine klassische Versicherung.
Auf dieser Seite
- Was ist ein Altersvorsorgedepot?
- Wie funktioniert das Altersvorsorgedepot?
- Wer kann die Förderung nutzen?
- Welche Zulagen und Steuervorteile gibt es?
- Welche Vorteile bietet das Altersvorsorgedepot?
- Welche Risiken und Kosten sollten Sie kennen?
- Wie funktionieren Auszahlung und Besteuerung?
- Was ist der Unterschied zu Riester und Rentenversicherung?
- Für wen kann ein Altersvorsorgedepot sinnvoll sein?
Was ist ein Altersvorsorgedepot?
Das Altersvorsorgedepot ist ein zertifizierter Vertrag für die staatlich geförderte private Altersvorsorge ohne Kapitalgarantie. Sie investieren für den Ruhestand und können an der Entwicklung der Kapitalmärkte teilhaben. Das Guthaben ist für die Altersvorsorge bestimmt und unterliegt besonderen Förder- und Auszahlungsregeln. Die Reform ist 2026 in Kraft getreten; die neuen Produkte sollen ab dem 1. Januar 2027 angeboten werden.
Wie funktioniert das Altersvorsorgedepot?
Ihre Beiträge werden innerhalb des Vertrags in gesetzlich zulässige Anlagen investiert, beispielsweise geeignete Fonds und ETFs. Welche Auswahl Sie haben und wie Sie diese verändern können, hängt vom Produkt ab. Beim Standarddepot erleichtern voreingestellte Anlagen die Entscheidung. Gemeinsam betrachten wir Anlagestrategie, Streuung und den Umgang mit Schwankungen bis zum Ruhestand.
Wer kann die Förderung nutzen?
Zum begünstigten Personenkreis gehören insbesondere Pflichtversicherte der gesetzlichen Rentenversicherung und unter weiteren Voraussetzungen Beamte. Die Reform erweitert den Zugang auch auf Selbstständige mit bestimmten Einkünften und abgegebener Steuererklärung sowie auf Pflichtmitglieder berufsständischer Versorgungseinrichtungen. Auch eine mittelbare Berechtigung über den Ehepartner kann infrage kommen. Ihren Anspruch und die nötigen Erklärungen prüfen wir individuell.
Welche Zulagen und Steuervorteile gibt es?
Ab 2027 beträgt die Grundzulage für unmittelbar Förderberechtigte 50 Prozent auf die ersten 360 Euro Eigenbeitrag im Jahr und 25 Prozent auf weitere Beiträge bis insgesamt 1.800 Euro. Damit sind bis zu 540 Euro Grundzulage jährlich möglich. Voraussetzung ist unter anderem ein jährlicher Mindesteigenbeitrag von 120 Euro. Bei erfüllten Voraussetzungen kommen bis zu 300 Euro Kinderzulage je Kind hinzu. Das Finanzamt prüft einen zusätzlichen Steuervorteil. Für mittelbar berechtigte Ehepartner gelten eigene Regeln.
Welche Vorteile bietet das Altersvorsorgedepot?
Der Verzicht auf eine Kapitalgarantie eröffnet mehr Spielraum für renditeorientierte Anlagen. Staatliche Förderung und eine langfristige, breit gestreute Anlage können den Vermögensaufbau unterstützen. Das Standarddepot vereinfacht die Auswahl. Wie attraktiv ein Angebot für Sie ist, hängt aber auch von Kosten, Förderung, Laufzeit und Ihrer persönlichen Situation ab. Höhere Erträge sind nicht garantiert.
Welche Risiken und Kosten sollten Sie kennen?
Ohne Kapitalgarantie können Kursverluste entstehen, auch kurz vor dem Ruhestand. Deshalb betrachten wir Ihre Risikobereitschaft und die vorgesehene Anlagestrategie. Beim Standarddepot sind die Effektivkosten auf 1,0 Prozent begrenzt; diese Grenze gilt nicht pauschal für jedes Altersvorsorgedepot. Entscheidend sind die gesamten Vertrags-, Anlage- und Auszahlungskosten sowie die Folgen einer vorzeitigen Verfügung. Eine Zertifizierung ist kein Renditeversprechen.
Wie funktionieren Auszahlung und Besteuerung?
Für die Rentenphase sind eine lebenslange Leibrente oder ein Auszahlungsplan bis mindestens zum vollendeten 85. Lebensjahr vorgesehen. Beim befristeten Plan enden die Zahlungen nach Verbrauch des Kapitals; er sichert kein lebenslanges Einkommen. Kapitalerträge werden während der Ansparphase nicht besteuert. Für die geförderten Leistungen gilt grundsätzlich die nachgelagerte Besteuerung in der Auszahlungsphase. Welche Variante passt, klären wir mit Blick auf Ihre gesamte Altersvorsorge.
Was ist der Unterschied zu Riester und Rentenversicherung?
Bestehende Riester-Verträge können mit der bisherigen Förderung weitergeführt werden; eine automatische Kündigung oder Umwandlung gibt es nicht. Ab 2027 werden keine neuen Verträge nach dem alten Riester-Modell abgeschlossen. Ein Wechsel in die neue Förderung ist freiwillig und sollte anhand der vorhandenen Garantien, Kosten und Vertragsrechte geprüft werden. Beim Depot stehen Kapitalanlage und Förderregeln im Mittelpunkt; eine lebenslange Rente ergibt sich erst aus der gewählten Auszahlungsform.
Für wen kann ein Altersvorsorgedepot sinnvoll sein?
Ein Altersvorsorgedepot kommt besonders dann zur Prüfung infrage, wenn Sie langfristig für den Ruhestand sparen, Fördervoraussetzungen erfüllen und Wertschwankungen tragen können. Geld für kurzfristige Ausgaben sollte bei Ihrer Planung separat berücksichtigt werden. Gemeinsam vergleichen wir Förderwirkung, Kosten, Risikoprofil und Alternativen. Vor dem Produktstart 2027 geht es um Orientierung; konkrete Angebote prüfen wir, sobald sie tatsächlich verfügbar sind.
Für wen ist das interessant?
Für Menschen, die sich über die neue geförderte Vorsorge informieren möchten. Konkrete Angebote und Verfügbarkeit prüfen wir zum jeweiligen Zeitpunkt.
Darauf achten wir gemeinsam
- Fördervoraussetzungen und Produktverfügbarkeit
- Anlagerisiken, Kosten und Bindung
- Auszahlung und vorhandene Vorsorge
Was ist für den ersten Termin hilfreich?
- Bestehende Vorsorgeübersicht
- Zeithorizont und Risikobereitschaft
- Budget und Fragen zur Förderung
Für die erste Nachricht genügt Ihr Anliegen. Persönliche Dokumente und Gesundheitsangaben tauschen wir erst über einen vereinbarten Weg aus.